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212-10021 Zwischen Herabwürdigung und Idealisierung: „Die Barbaren“ in Geschichte und Gegenwart.

Eine Livestream-Veranstaltung in der Reihe "vhs wissen live"

Kursdaten:
1 Termin, Di., 15.02.2022, 19:30-21:00 Uhr
ohne Gebühr, Online-Seminar
Kursleitung:

Zu diesem Kurs sind keine Informationen über Dozenten verfügbar.

Prof. Dr. Mischa Meier

Schon in der Antike haben Menschen andere als Barbaren abgewertet, um sich selbst aufzuwerten. Der Barbar war in der Regel der negative Gegenentwurf zum zivilisierten und kultivierten Hellenen oder Römer. Die sogenannten Barbaren waren in ihren Augen all das, was sie selbst in ihrer Eigenwahrnehmung nicht waren: wild, grausam, gesetzlos, verschlagen, maßlos, triebhaft, dumm usw. Nur in wenigen Fällen wurde der Barbar als Folie für Idealisierungen verwendet, beispielsweise um dekadente Tendenzen in der eigenen Gesellschaft zu markieren. Dann war der Barbar genügsam, einfach, unverdorben, gerecht, ehrlich oder fromm. Diese Zuschreibungen erinnern an das Bild des „edlen Wilden“, das sich auch später in der Zeit von Sklaverei und Kolonialismus wiederfinden sollte. Und auch heute funktionieren diese Mechanismen bei der Zuschreibung von Eigen- und Fremdidentitäten. Der Althistoriker Mischa Meier und der Schriftsteller Durs Grünbein werden in einem Gespräch in der Villa Vigoni diskutieren, wie Identitätskonzepte wie das des Barbaren historisch entstanden sind, wozu sie mit welchen Folgen für die Betroffenen eingesetzt und wie diese Konzepte weitergeführt wurden. Wer sind heute die Barbaren und wer bestimmt das und welche Rolle spielt dabei Sprache und Dichtung?


Mischa Meier lehrt als Professor für Alte Geschichte an der Universität Tübingen. Sein Werk Geschichte der Völkerwanderung (C.H. Beck) wurde mit dem WISSEN! Sachbuchpreis ausgezeichnet.







Termine

Datum
Di., 15.02.2022
Uhrzeit
19:30 - 21:00 Uhr
Ort
Online-Seminar,



Kursort

Online-Seminar




Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich bitte an:


Dr. Patricia Ober

Patricia Ober
07071 5603-31
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