Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution wollte Friedrich Hölderlin (1770-1843) mit den Mitteln des Dichtens und Denkens eine grundlegende Reform der bisherigen Lebensart in Angriff zu nehmen. Dabei ging es ihm um ein neues Zusammenleben zwischen den Menschen, unbelastet von nationaler und persönlicher Rivalität, Sexismus und Geschlechterkampf. Das Politische umfasst bei ihm neben dem Zwischenmenschlichen und dem Rechtsstaat auch eine gerechte Wirtschaftsordnung sowie ein nicht entfremdetes und ausbeuterisches Verhältnis zur Natur. Der Vortrag geht der Frage nach, was uns Hölderlin an diesen Themen entlang, die uns mehr denn je bewegen, mitzuteilen hat.
Dr. Kurt Oesterle studierte Literatur, Geschichte und Philosophie. Von 1988 bis 2009 arbeitete er als Zeitungsjournalist insbesondere für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und beim Schwäbischen Tagblatt. Er ist freier Schriftsteller und lebt in Tübingen. Sein Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Berthold-Auerbach-Preis und dem Ludwig-Uhland-Förderpreis.
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Abbildung: Friedrich Hölderlin, Pastell von Franz Karl Hiemer, 1792
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